Gastro-Ikone am Utoquai: Zeit für ein neues, innovatives Konzep.
Pumpstation nach 30 Jahren: Neustart – Péclard vor dem Abschied
Drei Jahrzehnte lang war die Pumpstation am Utoquai ein fester Bestandteil der Zürcher Sommerkultur. Ein Ort, der sich nie aufdrängte, aber immer da war: unkompliziert, nah am Wasser, mit einer eigenen, leicht nostalgischen Stimmung. Nun endet dieses Kapitel. Die Stadt hat den Standort neu vergeben – und die Pumpstation macht Platz für ein neues Konzept. Zürich kennt solche Wechsel. Die Badi-Lokale im Utoquai und im Oberen Letten mussten bereits früher gehen, ebenso die Fischerstube, ein Traditionslokal, das nach Jahrzehnten neu ausgeschrieben wurde. Diese Abläufe gehören zur städtischen Vergabepraxis: Die Konzessionen sind befristet, die Neuvergabe erfolgt nach klaren Regeln. Emotional sind solche Wechsel trotzdem – gerade an Orten, die über Jahre zu kleinen Stadtikonen geworden sind.
Text: Zoran Bozanic
Wenn ein Privileg endet
Ein Gastronom, der drei Jahrzehnte einen der begehrtesten Standorte der Stadt führen durfte und daneben zahlreiche weitere Top-Lagen erfolgreich bespielt, könnte diesen langen Zeitraum auch als aussergewöhnliches Privileg einordnen. Nach so vielen Jahren wäre ein Abschied mit Stil angebracht. Von einem «Anti-Péclard-Reflex» zu sprechen, geht in diesem Kontext deutlich an der Sache vorbei.
Péclard sieht das anders. Er kritisiert die Entscheidung scharf und betont, dass es die Pumpstation ohne ihn gar nicht gäbe. Erst kürzlich habe er die WCs für 700’000 Franken komplett erneuert – «die Stadt hat keinen Rappen daran bezahlt».
Die Stadt hält dagegen: Die Vergabe folge klaren Kriterien, niemand werde bevorzugt. Die Pumpstation sei – wie alle städtischen Gastronomieflächen – befristet. Nach 30 Jahren sei es legitim, ein Konzept neu zu denken.
Am Utoquai beginnt damit ein neues Kapitel. Ein vertrauter Ort verschwindet nicht, aber er verändert sich. Zürich hat diese Schnitte schon erlebt – und sie gehören zu einer Stadt, die sich weiterentwickelt.
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