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«Der Kreis 8 hat vieles zu bieten - überzeugen Sie sich selbst!»
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überzeugen Sie sich selbst!»

Luca im 93 Novetre – einem gemütlichen Ort im Seefeld, der sich für ihn nach einem kurzen Ferienmoment anfühlt.

Werbung im Wandel: Ein Gespräch über Kreativität, KI und den neuen Zeitgeist

Wir kennen uns seit fast zehn Jahren, unsere Beziehung ist geprägt von langen und tiefen Gesprächen, die oft weit über den Alltag hinausgehen. Was mich dabei immer wieder beeindruckt, ist Lucas Blick fürs Ganzheitliche: seine Ruhe, seine Präzision und seine Fähigkeit, Muster zu erkennen – sei es in der Werbung, in Social Media oder in der Frage, wie neue Technologien die kreative Arbeit verändern. Genau diese Klarheit macht ihn zu einem spannenden Gesprächspartner.

Text: Zoran Bozanic

Seit acht Jahren lebt der Senior Art Director im Seefeld, gemeinsam mit seiner Partnerin, der Schauspielerin und Sängerin Fabienne Louves. Wer ihn kennt, weiss: Luca beobachtet, bevor er spricht. Er denkt nach, bevor er entscheidet – eine Haltung, die in einer Branche, die sich schneller verändert als je zuvor, selten geworden ist. Nach 6,5 Jahren bei Jung von Matt LIMMAT und viel Erfahrung in seinem kreativen Rucksack sucht er nun nach neuen, spannenden Herausforderungen – mit derselben Ruhe und Präzision, die seine Arbeit auszeichnen.

Wir wollen von ihm wissen, wie sich der Zeitgeist in der heutigen Werbung zeigt, wie sich kreative Rollen verschieben, was trotz aller Veränderungen geblieben ist – und wie er selbst seinen beruflichen Change-Prozess erlebt.

Der Wandel der Werbebranche

Die Werbung hat in den letzten Jahren einen tiefgreifenden Umbruch erlebt: neue Technologien, KI Tools, fragmentierte Zielgruppen, schrumpfende Budgets und eine Welt, in der Aufmerksamkeit zur härtesten Währung geworden ist. Luca bewegt sich seit Jahren mitten in diesem Spannungsfeld – und bleibt dabei klar.


Luca Schneider, Werber aus dem Kreis 8

Ein Spaziergang im Seefeld: Luca, sein Hund Henry und eine ikonische Werbekampagne, die seine Handschrift trägt.

Er sagt selbst, dass sich vieles beschleunigt hat, aber eines gleich geblieben ist: Menschen reagieren auf Geschichten, nicht auf Botschaften. Und gute Ideen verlieren nie an Wert, sie verändern nur ihre Form.

Luca, du betreust einige namhafte Schweizer Kunden, und viele deiner Arbeiten sind aus Magazinen und Werbespots bekannt. Welche deiner kreativen Werke würden Herr und Frau Schweizer sofort wiedererkennen?

«Zu meinen Kunden gehörten unter anderem Mercedes, IKEA, Zweifel Chips, Migros, SBB oder das Zürcher Kammerorchester. Ein besonderer Herzenskunde ist für mich die Mobiliar: Diese Kampagnen betreute ich mit meinem Team agenturübergreifend seit fast einem Jahrzehnt, und Herr und Frau Schweizer erkennen sie inzwischen sogar ohne Logo. Für diese Arbeiten wurden wir mehrfach mit nationalen und internationalen ADC-Preisen ausgezeichnet – ein schönes Zeichen dafür, dass unsere Arbeit auch in Fachkreisen geschätzt wird.»

Für welchen Teil der kreativen Arbeit trägst du hier die Verantwortung?

«Als Senior Art Director verantworte ich die Ideenentwicklung, die gestalterische Umsetzung und die Betreuung der gesamten Produktion – von Fotoshootings über Videodrehs bis hin zur Teamführung. Solche Kampagnen entstehen immer im Zusammenspiel vieler Beteiligter. Entscheidend ist dabei die Zusammenarbeit mit dem Kunden auf Augenhöhe, denn nur so entsteht eine Arbeit, die wirklich trägt.»

Luca, was hat sich in der Werbung in den letzten Jahren am stärksten verändert?

«Neue Technologien, Apps und KI haben den Wandel enorm beschleunigt. Viele Tools sind heute so zugänglich, dass Kunden gewisse Ideen weitgehend selbst umsetzen können. Gleichzeitig bauen grosse Unternehmen eigene kreative Inhouse-Teams auf, was zu kürzeren Kommunikationswegen und schnelleren Entscheidungen führt. Agenturen und ihr Know-how bleiben wichtig, doch das klassische Agenturdenken mit starken Hierarchien, wie man es früher kannte, verschwindet zunehmend. Die Zusammenarbeit wird flexibler, direkter und viel stärker von gemeinsamen Prozessen geprägt.»

Und was ist geblieben?

«Trotz all der technologischen Entwicklungen bleibt eines unverändert: Den Menschen kann man nicht ersetzen. KI ist eine wertvolle Ergänzung, aber kein Ersatz. Werbung lebt von Emotionen, von Intuition und von menschlichen Erfahrungen – all das kann KI nicht fühlen. Gleichzeitig gilt es, alte Denkmuster loszulassen und offen zu bleiben für Veränderung. Wir erleben einen neuen Zeitgeist, und mit diesem Wandel muss man mitgehen.

Luca Schneider, Werber im Seefeld

Lucas Instagram-Collage – ein Einblick in sein Gespür für Ästhetik, ob auf Reisen oder im Alltag.

Ich selbst befinde mich gerade in einem beruflichen Change-Prozess: Ich setze mich intensiv damit auseinander, wie sich kreative Rollen verändern, welche Kompetenzen künftig gefragt sind und wie Agenturen und Unternehmen mit neuen Herausforderungen umgehen. Dieser Blick nach vorne inspiriert mich und zeigt mir, wo ich meine Erfahrung künftig am wirkungsvollsten einbringen kann.»

Was treibt dich im beruflichen Alltag an?

«Mich treibt die Leidenschaft für Kreation an – die visuelle Umsetzung von Ideen, die Menschen berührt und begeistert. Ich liebe es, mein Team zu inspirieren und zu Bestleistungen zu motivieren, den Austausch mit Kundinnen und Kunden zu pflegen und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln. Am Ende geht es darum, etwas zu schaffen, über das die Leute sprechen – etwas, das bleibt.»

Zum Schluss frage ich ihn, ob er sich vorstellen könnte, eine Kolumne über Werbung zu schreiben. Luca lächelt kurz, hebt eine Augenbraue und sagt nur: «Das ist ein sehr interessantes Angebot.» Man hat das Gefühl: Da könnte etwas draus werden.


Menschen im Kreis 8 – Begegnungen, die die Vielfalt menschlicher Geschichten sichtbar machen.


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