Ein leiser Moment zwischen Gestaltung und Alltag.
«Was ein vergriffenes Magazin in mir auslöst» - Jutamas Rindlisbacher
Als unsere erste SEEFELD-Ausgabe diesen Frühling nach wenigen Tagen vergriffen war, hat mich das natürlich gefreut. Aber eigentlich hat es mir vor allem etwas bestätigt, das ich schon länger spüre: Menschen möchten nicht nur schnell konsumieren. Sie möchten manchmal etwas in der Hand halten, darin blättern, etwas entdecken und es vielleicht sogar behalten. Genau das kann Print. Ein Magazin verlangt eine andere Aufmerksamkeit. Papier, Bilder, Typografie und Rhythmus bekommen Raum. Online funktioniert anders. Es ist schnell, aktuell und schafft Reichweite und Austausch. Für mich konkurrieren diese Welten nicht miteinander. Spannend wird es, wenn sie zusammenspielen.
Text: Jutamas Rindlisbacher
Bei uns spielt es keine grosse Rolle, ob Inhalte online sichtbar sind oder gedruckt vorliegen. Online sorgt für Auffindbarkeit und Sichtbarkeit, ein Newsletter bringt Kontinuität und direkte Verbindung, Social Media schafft Präsenz und den Austausch zwischendurch. SEEFELD Printmagazin ist dabei der Teil, an dem man innehält: zum Wiederfinden, Weitergeben und Durchatmen.
Die besondere Kombi: Design Labor und zurichkreis8.ch
Die Verbindung aus Design Labor und zurichkreis8.ch ist dabei mehr als eine Zusammenarbeit. Sie hat einen gemeinsamen Anspruch. Zoran, Gründer von Design Labor und zurichkreis8.ch, ist seit dreissig Jahren mit dem Kreis 8 verbunden. Er kennt die Menschen und das Quartier – nicht aus der Distanz, sondern aus seinem Alltag.
Vor knapp fünf Jahren war ich auf der Suche nach einem Partner, der meine Welt ergänzt. Mein Schwerpunkt liegt im Print – in Magazinen, Büchern und allem, was Gestaltung physisch erlebbar macht. Zorans Stärke liegt im digitalen Bereich. Genau diese Ergänzung war für mich entscheidend. Gleichzeitig teilen wir dieselbe Haltung zu Gestaltung, Qualität und Zusammenarbeit. Sein Stil und seine Ästhetik entsprechen meiner so sehr, dass ich ihm oft kaum erklären muss, was ich meine. Wir haben ein ähnliches Gespür dafür, was gut ist – und dieselben Werte, wenn es darum geht, wie wir arbeiten wollen. Ergänzt werden wir von Oliver, der uns seit 15 Jahren im digitalen Bereich begleitet. Ich schätze diese Konstellation sehr: kurze Wege, klare Verantwortlichkeiten und vor allem Ruhe im Prozess. Nicht möglichst viele Menschen am Tisch, sondern die richtigen.
Seit vielen Jahren mache ich Magazine und Bücher. Dabei habe ich gelernt, dass ein gutes Ergebnis nicht nur aus Ideen entsteht, sondern aus Haltung, Struktur und dem richtigen Mass. Kommunikation muss für mich nicht laut sein, um wahrgenommen zu werden. Viel wichtiger ist, dass etwas hängen bleibt – und im besten Fall im Kopf weitergeht.

Was bei uns im Office passiert ist der Spiegel des Quartiers und darum ist es uns nie langweilig
Vielleicht passt genau diese Art zu arbeiten auch so gut zum Kreis 8. Hier passiert unglaublich viel. Menschen eröffnen Restaurants, Praxen, Geschäfte und Ateliers, entwickeln Ideen, bauen um und verändern Dinge. Und gleichzeitig gibt es eine spürbare Ruhe und Gelassenheit. Wenn ich manchmal quer durch Zürich fahre und wieder im Kreis 8 ankomme, merke ich den Unterschied sofort. Es wird ruhiger. Ich mag das. Diese Ruhe bedeutet für mich nicht Stillstand. Im Gegenteil. Es passiert viel – nur muss nicht alles gleichzeitig laut sein.
Und genau das erleben wir auch bei uns im Office. Durch unsere Arbeit treffen ganz unterschiedliche Menschen und Welten aufeinander. Heute geht es um ein Magazin, morgen um eine neue Marke, eine Website, ein Restaurant, eine Praxis oder eine Idee, die gerade erst entsteht. Vieles davon kommt direkt aus dem Quartier.
Vielleicht wird es uns genau deshalb nie langweilig.

Und plötzlich ist das Magazin vergriffen
Gerade beim SEEFELD Printmagazin zeigt sich für mich sehr schön, wie diese unterschiedlichen Welten zusammenkommen. Dass die erste Ausgabe nach wenigen Tagen vergriffen war, ist natürlich schön. Viel interessanter finde ich aber die Vorstellung, was danach mit diesen Magazinen passiert. Sie liegen irgendwo auf einem Tisch, in einer Praxis, in einem Geschäft oder zuhause. Jemand blättert nochmals darin, entdeckt einen Ort, den er noch nicht kannte, oder einen Menschen aus dem Quartier, dem er vielleicht am nächsten Tag begegnet.
Dann hat Print genau das gemacht, was ich daran so schätze: Es bleibt.
Gerade arbeiten wir am Endspurt der Herbst-Winter-Ausgabe. In den Gesprächen mit unseren Kunden und Partnern merken wir, dass das Interesse da ist. Das gibt Energie zurück. Gleichzeitig geht es weiter. Wir arbeiten am kompletten Redesign von zurichkreis8.ch, starten in Kürze mit unserem Podcast und entwickeln weitere Formate für unsere Community. Für mich gehört das alles zusammen. Print bringt Ruhe und Tiefe. Online bringt Aktualität und Reichweite. Der Podcast bringt Stimmen und Persönlichkeiten dazu. Und der Kreis 8 liefert jeden Tag neue Geschichten.
Wir müssen sie nicht lauter erzählen. Sondern gut.


