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Sherin Kneifl im Gespräch mit Ivano Colombo, Design-Möbel-Pionier

Ivano Colombo: «Keine Zeit für Ruhestand.»

Eine Familie vereint die Generationen und basiert im Idealfall auf ähnlichen Werten der Mitglieder, die mindestens eine wesentliche Gemeinsamkeit aufweisen. Ivano Colombos selbst gewählte Sippe ist dieser Idealfall. Die gemeinsame Leidenschaft fürs Einrichten und Wohnen verbindet. Und wie es in guten Familien sein sollte: Die Erfahrung der Älteren geht nicht vergessen, sondern wird geschätzt. «Auf mich kommen viele Leute zu und fragen, ob ich sie nicht beraten könnte, sei es bei der Suche einer Location, einem Geschäft oder generell im Zusammenhang mit der Inneneinrichtungsbranche. Das freut mich», sagt Colombo.

Text: Sherin Kneifl

Das Telefon des 82-jährigen Design-Aficionados schweigt selten. Sein exzentrischer Stil ist gefragt. «Einen richtigen Ruhestand, während dem ich am Strand liege und sonst nichts tue, hätte ich mir ohnehin nicht vorstellen können», gibt er zu. Immerhin verbringt der Kreative mehr Zeit in seiner sonnigen zweiten Heimat. «Ich werde dem hiesigen Winter entfliehen und von Dezember bis Februar in Villas do Atlântico weilen.» Sein Haus am Meer hat er zusammen mit einem Professor für Architektur und dessen talentiertesten Studenten gebaut. Dementsprechend kombiniert es unzählige Ideen und Stile. «Es gibt kaum eine gerade Wand. Doch am Ende fügt sich alles zu einem organischen Ganzen.» In Brasilien verpasst der gebürtige Tessiner gerade einem italienischen Restaurant («eines meiner Lieblingslokale») ein Facelift – angefangen bei den Tischtüchern bis zur Wandfarbe – und demnächst wird er als Gastdozent lehren. Zudem sitzt er im Verwaltungsrat des 2004 von ihm zusammen mit Karin Bollinger und Peter Kern ins Leben gerufenen Zürcher Unternehmens Colombo La Famiglia.

«Ein Traum, den ich mir 2021 verwirklichen möchte, ist eine Wohnung in Argentinien. Das Land hat einen ausgewiesenen Stil.»

Aktivität hält bekanntlich jung. Und Aktivität auf einem Gebiet, über das man nicht nur bestens Bescheid weiss, sondern das einem auch so am Herzen liegt, besonders. Darum möchte der Mitgründer der Messe «neue räume» und der «designarena schweiz – d.a.ch.» noch einmal die Branche einen und eine Messe auf die Beine stellen, bei der sich die unterschiedlichsten Möbelfirmen demselben Thema widmen. «Eine schwierige Angelegenheit, aber einfache Sachen habe ich nicht gern», gibt sich Colombo zuversichtlich. Und man wird ihn bald im TV sehen als Teil eines Expertenteams in Sachen Design. Zudem wird es mehrere Ausstellungen mit Fotos des Schweizer Fotografen Michel Comte über den Mythos Ferrari geben. «Sobald Corona wieder zulässt, dass sich Leute treffen, werde ich diese Schau zumindest in Zürich und Berlin organisieren», sagt Colombo, verabschiedet sich und fährt nach dem italienischen Mittagessen im Seefeld in seinem Ferrari davon.

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November 2020


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