Höschgasse 8a - Aussenansicht Atelier Hermann Haller © Björn Siegrist
Wiedereröffnung Atelier Hermann Haller – ein stilles Comeback mit digitalem Echo
Ab dem 6. Juni 2026 öffnet das Atelier Hermann Haller wieder seine Türen – leise, präzise und mit einer Ausstellung, die den historischen Raum in die Gegenwart kippt. Nach der behutsamen Instandsetzung durch Holzhausen Zweifel Architekten zeigt das denkmalgeschützte Atelier erstmals wieder eine Schau: «*.sculptr – Zwischen Screen und Material», kuratiert von Sabine Rusterholz Petko.
Ein Atelier zwischen Vergangenheit und Zukunft
Das 1932 erbaute Haus, einst Arbeitsort des Bildhauers Hermann Haller, wurde zwischen 2024 und 2025 so zurückhaltend restauriert, dass seine ursprüngliche Atmosphäre fast unberührt wirkt. Die Spuren des Handwerks, das Licht, die Proportionen – alles bleibt erhalten. Nur Hallers eigene Plastiken fehlen noch: Aus konservatorischen Gründen kehren sie erst im Sommer 2028 zurück.
Galerie Atelier Hermann Haller © Björn Siegrist
Digitale Skulptur im historischen Raum
Die Wiedereröffnung nutzt den leeren Raum als Chance. Die Ausstellung versammelt Neuankäufe der städtischen Kunstsammlung und zeigt, wie sich skulpturale Praxis im digitalen Zeitalter verschiebt. Wo Haller mit Ton, Gips und Bronze arbeitete, operieren heutige Künstler*innen längst mit Scans, 3D-Drucken und computergenerierten Animationen.
Zu sehen sind Positionen von Fürer Nielsen, Thomas Julier, Lithic Alliance und Mélodie Mousset. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen physischem Objekt und digitalem Prozess – mal als Übergang, mal als Reibung, mal als bewusste Entmaterialisierung.
Ein Archiv als Resonanzraum
Ergänzt wird die Schau durch das «volumes Archive» des Zürcher Kollektivs «volumes». Die Publikationen reagieren dialogisch auf die ausgestellten Werke und auf den Ort selbst – ein zweiter Layer, der das Atelier als Denkraum weiter öffnet.
Höschgasse 8a
8008 Zürich
Das Atelier Haller bleibt geschlossen:
Sa, 1. August 2026, Bundesfeiertag
Sa, 8. August 2026, Street Parade
Öffnungszeiten:
Freitag bis Sonntag, 12–18 Uhr
Ausstellung bis 4. Oktober 2026

