Das Ristorante Totò verabschiedet sich bis 2027 - die Umbauphase hat bereits begonnen!
Ciao Totò. Und bis ganz bald.
Wenn ein beliebtes Quartierlokal seine Türen schliesst, ist das selten leise. Es ist ein vielstimmiges Ciao, ein Klirren von Gläsern, ein letztes Anstossen unter Menschen, die sich sonst vielleicht nur zunicken. So war es auch im Ristorante Totò am letzten Samstag: kein stilles Herunterlassen der Storen, sondern ein Abend voller Umarmungen, Erinnerungen und dieser besonderen Mischung aus Wehmut und Vorfreude.
Text: Zoran Bozanic
Als ich das Totò das erste Mal betrat, waren meine Haare noch braun. So lange ist das her. Ich weiss nicht mehr genau, was ich bestellt habe – vermutlich eine Pizza und später noch einen Drink an der Bar. Was ich aber weiss: Es fühlte sich sofort nach einem Ort an, an dem man bleiben möchte.
Hier habe ich spannende Bekanntschaften gemacht, die unerwartet zu Freundschaften wurden. Alte Freunde nach Jahren zufällig wiedergesehen – ein «Was machsch du da?» über zwei Espressi hinweg. Und hier habe ich mit Mumi, dem legendären ehemaligen Barman, bis spät in die Nacht philosophiert. Über Gott und die Welt, über Beziehungen, über das Quartier und darüber, warum ein guter Negroni manchmal mehr löst als jedes klärende Gespräch.
Das Totò war nie nur ein Italiener. Seit der Übernahme durch die Two Spice AG stand es für eine mediterrane, unkomplizierte und zugleich wertige Küche – und für eine Bar, die zur sozialen Bühne des Seefelds wurde. Hier wurde Zeitung gelesen, diskutiert, geflirtet, gefeiert. Hier war man selten lange allein.
Am vergangenen Samstag zeigte sich noch einmal, was dieser Ort bedeutet. Das Lokal war brechend voll. Menschen aus dem Quartier, von ausserhalb, Weggezogene, Wiedergekehrte – sie alle kamen, um nicht einfach Abschied zu nehmen, sondern Danke zu sagen. Es wurde gelacht, angestossen, ein bisschen geschluckt. Kein Ende, eher ein kollektives Innehalten.
Im Frühling/Sommer 2027 soll das Totò wieder öffnen
Nun gönnt sich das Totò eine kurze Auszeit. Das Haus wird umfassend saniert, das Restaurant schliesst vorübergehend – um sich aufzufrischen, um in neuem Glanz zurückzukehren. Verantwortlich für die architektonische Neugestaltung ist Spillmann Echsle Architekten. Im Frühling/Sommer 2027 soll das Totò wieder öffnen – im gewohnten Stil, mit vertrauter Atmosphäre.
Ich freue mich jetzt schon auf diesen Moment. Auf das erste Wiedersehen. Auf das erste Glas an der Bar. Vielleicht sind meine Haare dann noch ein wenig grauer. Aber manche Orte altern nicht – sie sammeln nur Geschichten.
Ciao Totò. Und bis ganz bald.
März 2026
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