Mailänder Café-Kultur trifft Zürcher Seefeld – ein Blick ins Café Maxmo
Auf einen Espresso (dazu ein Panino) ins Maxmo. Und für Antipasti-Apéro, Wein et cetera gleich nochmal hin
Wer ein weiteres Café im Seefeld eröffnet, braucht einen guten Grund. Und sehr guten Kaffee. Max Friedrich hatte den besten Grund – es gab kein Lokal, das er richtig mochte, also machte er sein eigenes auf. Bleibt die Sache mit dem sehr guten Kaffee.
Text: Mark van Huisseling
Mut hat er, das muss man Max Friedrich lassen. Immerhin wählte er nicht irgendeinen Ort für sein Café Maxmo, das er im Februar 2025 eröffnete. Stattdessen entschied er sich für ein Lokal im Erdgeschoss der Dufourstrasse 57, wenige Meter entfernt von einem der bestbesuchten Cafés des Kreis 8, von vielen Stammgästen als ihr liebstes der Stadt, der Schweiz, der Welt vielleicht beschrieben.
Max ging es nicht darum, einen Mitbewerber herauszufordern, sagt er. Sondern einfach ein Lokal zu betreiben, das er selbst gerne aufsucht. «Mein Vorbild waren die stilvollen Cafés in Mailand, wo man morgens seinen Espresso im Stehen an der Bar trinkt, tagsüber auf roten Lederbänken oder auf der Terrasse sitzt und ein Panino isst und abends für Antipasti und ein Glas Wein hingeht.»
Der dreissigjährige Deutsche in Zürich, aufgewachsen bei New York, ist nicht bloss Café-Kultur-Connaisseur, sondern auch Gastrounternehmer, pardon: Gastrounternehmer mit grossen Plänen. Das Maxmo, das eigentlich Marmo hätte heissen sollen – doch es gibt bereits ein Hotel mit diesem Namen in der Nähe, in Zermatt nämlich, und der Hotelier fürchtete Verwechslungsgefahr –, ist sein Nebenjob.
Hauptberuflich betreibt er die Bear Street Bakery. Bei dieser Cookies-Bäckerei, benannt nach der Adresse des im vergangenen Jahr eröffneten ersten Geschäfts an der Bärengasse, hat er einen Roll-out vor – er kündigt weitere Niederlassungen in Zürich, bereits gibt es eine Filiale im Globus an der Bahnhofstrasse, sowie in anderen Schweizer Städten und im Ausland an. Hauptsächlich fällt der Betrieb mit vorzüglichen Cookies in zahlreichen Ausführungen auf, frisch zubereitet im Shop. Doch in sozialen Medien wird teilweise streng über deren Preis geurteilt («7.50 Franken für ein Guetsli!»); Max hält entgegen, es handle sich um «essbare Nostalgie», und die sei so viel wert.
Retour ins Maxmo, das er eine «kleine Perle» nennt. Und für ebenfalls vervielfältigbar hält, wenn auch in gemächlicherem Tempo. Obwohl eine Küche, die diesen Namen verdient, fehlt, gibt es hervorragende Panini (das Sandwich mit Tomaten und Mozzarella probieren). Ein ständig wachsendes Angebot an Weinen und ausgewählte Cocktails, darunter zahlreiche ohne Alkohol, sorgen dafür, dass das Maxmo auch als Apéro-Lokal oder – wie man im Seefeld, wo Schweizer Mundart unter Artenschutz gestellt werden müsste, sagt – «afterwork location» immer beliebter wird.
Damit die Entwicklung anhält, ist ab Januar 2026 öfter etwas los – Zigarren- und Weintastings beispielsweise sowie Abende mit Max’ Lieblingsbrettspiel Backgammon.
Café Maxmo auf Instagram
Bereits als Jugendlicher wollte er ein eigenes Lokal betreiben, sagt er, unter anderem weil er gerne kocht. Das Studium an der Lausanner Hotelfachschule fand Max dann zu theoretisch. Worauf ihm der Vater, früherer Mitbesitzer von Esprit, einer einst weltweit bestverkaufenden Modemarke, riet, erst mal in Toprestaurants zu schnuppern, um Erfahrungen zu sammeln. Und danach entweder in die Gastrobranche einzusteigen oder den Plan zu vergessen. Er nahm den Ratschlag ernst. Und fand rasch heraus: «Ich mag die Restaurantwelt nicht», sagt er, «ich liebe sie, seit dem ersten Arbeitstag.»
Jetzt zum Beef beziehungsweise Kaffee. Dieser schmeckt hervorragend im Maxmo. Was mit der feinen Mischung sowie Röstung der Zürcher Firma Stoll zu tun hat. Sowie mit der Maschine hinter der Bar und natürlich dem Mann, der diese bedient: Miran Rasiti, seit wenigen Wochen World Latte Art Champion. Weltmeister in der Kunst also, durch gezieltes Eingiessen von aufgeschäumter Milch Muster und Motive – Herzen, Blätter (Rosettas) oder Schwäne – auf der Oberfläche von Kaffeegetränken zu kreieren (Enthüllung: Bei dieser Erklärung hat die KI geholfen).
Fast schade, denke ich, dass ich nur Espresso trinke, schwarz, natürlich. Doch um die Behauptung aufzustellen, dass dieser im Café Maxmo bei Max, Miran und seinem Team so gut ist wie in Milano, benötige ich keine künstliche Intelligenz.
Café Maxmo
Dufourstrasse 57
hello@cafe-maxmo.com
Öffnungszeiten
Sonntag – Mittwoch: 7h –18h
Donnerstag – Samstag: 7h –23h
Januar 2026
Über den Autor
Mark van Huisseling ist Journalist, Autor und Kolumnist – eine prägende Stimme im Schweizer Medien- und Kulturleben. Für seine Texte streift er durch Städte, Gesellschaft und Lebensstile und entdeckt dabei stets Menschen, Geschichten und Momente, die hängen bleiben.

