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Urs Egger: «Ich bin kein Freund des Begriffs «Seefeldisierung». Wenn behauptet wird, dass das  Seefeld ein Quartier der Reichen ist, dann habe ich Mühe.»

Urs Egger ist Geschäftsführer der FDP Kanton Zürich und Professor an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften. Zudem ist er Präsident des FC Seefeld, Bierbrauer und engagiert sich als Stiftungsrat von myclimate für die Umwelt. Er ist seit seiner Jugend mit dem Seefeld verbunden und lebt mit seiner Fau – Wirtin des Restaurants «Hornegg» - im Quartier. Wir wollten vom vielseitig engagierten Politiker wissen, warum er sich am Begriff «Seefeldisierung» stört, was seine Motivation war, eine Brauerei im Zürcher Seefeld zu eröffnen, und wie sich seiner Meinung nach das Seefeldquartier in den letzten Jahren entwickelt hat.

Herr Egger, Sie engagieren sich an vielen Fronten. Wie sieht Ihre Work-Life-Balance aus?
Das ist einfach. Ich mache primär das, woran ich Freude habe. Zudem habe ich das Glück, dass ich privat und geschäftlich von guten Leuten umgeben bin. Sportlichen Ausgleich hole ich mir beim Joggen.

Sie sind seit einer Ewigkeit im Seefeld...
Ja, seit meiner Kindheit. Das Seefeld ist mein zu Hause und ich fühle mich privilegiert hier leben zu können.

Wie kamen Sie dazu, eine Bierbrauerei  zu eröffnen?
Aus purer Leidenschaft. Eine wichtige Rolle in der Seefelder Bierbraugeschichte spielte mein Ur-Grossvater, der aus Böhmen einwanderte und mit seinem bekannten Haas Bier das Quartier prägte. Das war für mich ein wichtiger Grund für den Entscheid, die alte Tradition des Bierbrauens mit meinen Partnern Marco V. Camin, Roland Möhrle und Christof Domeisen im Seefeld neu aufleben zu lassen.

Andere sprechen von «Seefeldisierung». Wie haben Sie die Entwicklung im Quartier erlebt?
Sehr positiv. Ich bin kein Freund des Begriffs «Seefeldisierung». Wenn behauptet wird, dass das Seefeld ein Quartier der Reichen ist, dann habe ich Mühe. Wenn ich das mit unseren Jugendlichen im FC Seefeld vergleiche - sie sind das Spiegelbild unserer Gesellschaft - da haben wir 250 Junioren, die aus allen sozialen Schichten kommen. Es ist nicht wegzuleugnen, dass in den letzten Jahren zahlreiche Häuser renoviert und neue gebaut wurden und dadurch teure Wohnungen auf den Markt kamen, welche ein anderes Publikum ins Quartier brachten. Dies ist aber kein Seefeld-Phänomen, diese Entwicklung kann man auch in anderen Quartieren verfolgen.

Man darf nicht vergessen, dass wir vor ca. 25 Jahren hier den Drogenstrich hatten, den Lila-Bus und ab 22 h abends ging die Barriere an der Dufourstrasse runter. Zudem war das Quartier überaltert. Bei uns im Fussballclub konnten wir knapp eine Mannschaft in jeder Altersklasse zusammenbringen. Schaut man heute, da haben wir 250 Junioren und alle aus dem Quartier. Also da kann man definitiv von einer positiven Entwicklung im Quartier sprechen.

Haben Sie einen Lieblingsplatz?
Im Lokal meiner Frau, im Restaurant «Hornegg», fühle ich mich sehr wohl. Und während der aktiven Sportzeit bin mehrmals in der Woche auf der Sportanlage «Lengg», das zu Hause des FC Seefeld. Für kleinere Sitzungen trifft man mich im Café Freytag und samstags in unserer Brauerei an der Flühgasse.  

Vermissen Sie etwas im Seefeld?
Nein, nicht wirklich. Das Seefeld hat direkten Seeanstoss, viele Grünanlagen, den Botanische Garten, den Chinagarten. Hier finden zahlreiche soziale Anlässe sowie Sportveranstaltungen statt, und dank den vielen Einkaufsmöglichkeiten sowie der breiten Gastroszene, kann man das Seefeld definitiv zum lebendigsten Quartier der Stadt zählen.


Text: Zoran Bozanic

Januar 2015


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