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Im Gespräch mit Fabienne Wernly, Radiomoderatorin bei Energy Zürich

Fabienne Wernly: «Wir sollten lernen, dass es okay ist anzuecken»

Sie ist jung, schön, witzig, mutig und vor allem eins: schlagfertig! Fabienne Wernly bereichert bereits seit fünf Jahren das Team bei Energy Zürich als «Energy Mein Morgen»-Moderatorin. Und tatsächlich ist der Morgen genau ihr Ding – die sensationell gute Laune in der Frühe ist ungefälscht. Die neuzugezogene und frischverlobte Seefelderin erzählte uns im Gespräch zudem warum Frauen öfters mal auf den Tisch hauen sollten, man ihr um vier Uhr Nachmittags lieber nicht alleine begegnet und warum es nicht so wichtig ist Everybody’s Darling zu sein.

Seit Kurzem arbeitest du nicht mehr nur im Seefeld sondern wohnst, der Liebe wegen, auch hier. Was gefällt dir hier am besten?

Ganz klar; der Quartiercharakter – es ist wie ein kleines Dorf mitten in der Stadt. Ich bin in der Agglo aufgewachsen und eigentlich überhaupt kein Stadtmensch, ich brauche die Ruhe. Meine Devise lautete immer: Ich ziehe nicht weiter in die Stadt als bis ins Seefeld.

Wie schaffst du es morgens um 5 Uhr immer so gutgelaunt zu klingen?

Ich bin tatsächlich ein richtiger Morgenmensch. Die Laune ist echt! Dafür möchte man mir um vier Uhr Nachmittags lieber nicht begegnen. Dann will ich nur noch schlafen und mit niemandem mehr sprechen. Rette sich wer kann! Mein Sozialleben leidet natürlich unter meinem Rhythmus. Ich liebe meinen Job aber ein Zuckerschlecken ist es schon nicht.

Wie hat deine Karriere beim Radio angefangen?

Angefangen hat alles mit einem Praktikum bei Radio 105 danach studierte ich Journalismus und Kommunikation und kam dann durch ein weiteres Praktikum zu Energy Zürich, wo ich hängen geblieben, und nun bereits seit 5 Jahren bin. Ich wollte schon immer Moderatorin werden, wenn auch zu Beginn nicht unbedingt beim Radio. Doch ich habe meinen Gefallen daran gefunden. Es ist ein tolles Medium. Wenn man etwas verstehen will, dann muss man wirklich zuhören, man hat ja kein Bild dazu.

Fabienne Wernly, Radio Enrgy

Warum hast du dich für den Job vor dem Mikrofon und nicht vor der Kamera entschieden?

Es ist natürlich enorm schwierig einen Job vor der Kamera zu bekommen. Da wartet niemand auf dich und die Konkurrenz ist riesig. Abgeneigt zum Job vor der Kamera bin ich aber nach wie vor nicht und kann mir gut vorstellen, dass ich vielleicht eines Tages doch noch vor der Kamera lande.

Um mit Roman Kilchsperger punkto Schlagfertigkeit mithalten zu können, braucht es einiges. Du hast damit null Probleme. Woher kommt das?

Ich glaube das ist etwas was man nicht lernen kann. Entweder du bist schlagfertig oder eben nicht. Das einzige was sich verändert hat ist, dass ich mit der Zeit mutiger geworden bin. Zu Beginn hatte ich gerade vor Roman, den ich natürlich aus dem Fernsehen kannte, enormen Respekt – also den hab ich natürlich immer noch, aber man lernt miteinander umzugehen und eine gute Show auf die Beine zu stellen. Wichtig ist einfach, dass man nicht alles so persönlich nimmt was während der Sendezeit so geplappert wird.

Musstest du das lernen?

Bis zu einem gewissen Grad ja. Ich war allerdings schon immer ein Mensch, der sehr gut in einem Konflikt leben kann. Ich kann problemlos damit umgehen, wenn mich jemand nicht mag.

Bist du der Meinung wir Frauen sollten allgemein mutiger und lauter sein?

Ich bin froh, dass du das fragst! Das ist eigentlich genau meine Message. Ich denke genau das ist der Grund, warum wir Frauen noch nicht dort angekommen sind, wo wir hin möchten – wir sind oft einfach zu wenig mutig um mal ordentlich auf den Tisch zu hauen und unsere Meinung selbstbewusst zu äussern. Wir sollten lernen, dass es okay ist anzuecken und man auch nicht Everybody’s Darling sein muss.

Fabienne Wernly, Radio Enrgy

Es gibt bestimmt nicht viel, aber was macht dich sprachlos?

Dinge die einfach völlig unerwartet kommen, wie zum Beispiel der Hochzeitsantrag meines Freundes vor Kurzem – da war ich wirklich kurz sprachlos. Ansonsten ist bei mir aber schon eher das Problem, dass ich zu viel sage und vielleicht des öfteren einfach mal ruhig sein sollte, zum Wohle meines Umfelds (lacht).

Was möchtest du anderen jungen Menschen mit auf den Weg geben?

Eine gute Work-Life-Balance ist enorm wichtig. Ehrgeiz ist gut, allerdings sollte man nicht zu verbissen an die Sache heran gehen. Was ich rückblickend ein bisschen bereue ist, dass ich zu viel auf die Jobkarte gesetzt habe und mein soziales Umfeld dadurch oft zu kurz kam. Deshalb lege ich jedem ans Herz, zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen denn am Ende des Tages sind diese dann doch wichtiger als jeder Erfolg.

Redaktion: Leila Alder

Oktober 2018


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