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Architekt Stephan Buehrer über sein Seefeld

«Das Seefeld könnte als Synonym für Zürich stehen, so wie Zürich - aus dem Ausland betrachtet - für die ganze Schweiz steht. Der Zürcher ist sehr stolz auf seine Stadt. Er wird darum, wenn er über seine Stadt spricht, oft als arrogant wahrgenommen. Mit den Bewohnern des Seefeldes ist es ähnlich. Weil sie das Gefühl haben, im besten Quartier der Stadt zu leben, stösst dies nicht immer auf Sympathie. Aus meiner Sicht ist das Seefeld schlicht ein kultiviertes und elegantes Viertel. Ich vermisse zwar das Eckige und Kantige im Quartier - was das 4i und 5i vielleicht haben, doch die Ruhe, Harmonie und der See im 8i ist in Zürich eben einmalig.  

Die bauliche Entwicklung im Quartier - man spricht dauernd von einer «Seefeldisierung» - empfinde ich nicht so dramatisch, wie es von den Medien dargestellt wird.

Schliesslich passiert im Seefeld nichts, was auch nicht in anderen Kreisen passiert. Es wird renoviert und neu gebaut. Die Folge sind die steigende Nachfrage nach attraktivem Wohnraum und damit höhere Mietpreise. Persönlich musste ich das auch selbst erfahren. Als unser Haus an der Seefeldstrasse 60 renoviert wurde, ist die Miete unserer Wohnung ebenfalls einiges teurer geworden. Wir sind ausgezogen. In unserer Wohnung hat Urs Ledermann inzwischen sein Büro eingerichtet. Es wäre allerdings nicht gerecht, Urs Ledermann dafür zu tadeln. Er ist ein guter Geschäftsmann, hat die Schönheit des Gebäudes erkannt, viel Geld in die Renovation investiert und das Haus schliesslich zum Geschäftssitz seiner Firma gemacht.  

Übrigens ist Urs Ledermann nicht der einzige Investor, der mehrere Häuser im Quartier besitzt. Er ist mit dem Quartier emotional verbunden und setzt sich für dieses ein. Dadurch exponiert er sich auch mehr als andere und wird von denen, die dem früheren Seefeld, so wie es einmal war, nachtrauern, gerne als Bauspekulant bezeichnet.  

Natürlich kann man sich über die Qualität der Architektur und der Bausubstanz seiner Projekte streiten. Auch über das Projekt «Razzia», das aus ästhetischer Sicht sehr unterschiedlich beurteilt wird. Unbestritten ist allerdings der Erfolg des Lokals, das zum Publikumsmagnet wurde und meist ausgebucht ist.

Das «Razzia» ist ein Kulturerbe des Quartiers, und ich bin froh, dass es wieder zum Leben erweckt wurde.  

Ein markantes Wahrzeichen aus architektonischer Sicht ist im Seefeld die Pyramide. Ebenso faszinierend ist was in diesem Gebäude geboten wird: Neben Spitzenmedizin gibt es nämlich dort auch ein gastronomisches Angebot erster Klasse. Beides wurde übrigens - als Randbemerkung - durchwegs privat finanziert.  

Ach ja, wenn wir schon bei der Gastronomie sind: Im 8i haben wir zwar kein Restaurant «Rosso» oder ein «Frau Gerolds Garten», dafür das Restaurant «Tüfi», «Hornbächli», «Hornegg» und die «Mühle Tiefenbrunnen».  

Und schliesslich ist das Gemeindezentrum «GZ» im Seefeld eine gute Institution und tut viel für das Quartierleben - insbesondere für Familien. Um mit meiner Familie in die Natur einzutauchen, mache ich am liebsten einen Spaziergang dem Hornbach entlang durch das bewaldete Tobel hinauf.»

Zur Person:
Stephan Buehrer ist Inhaber eines Architekturbüros und lebt mit seiner Familie seit zwölf Jahren im Seefeld.


Text: Zoran Bozanic, März 2015


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