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Zoran Bozanic - Im Gespräch mit dem Gründer der Plattform zurichkreis8.ch

Der Kreis 8-Macher: «Wir erzählen gerne gute Geschichten»

Sein Revier erstreckt sich von der Mühle Tiefenbrunnen bis zum Zürcher Opernhaus und ist äusserst vielfältig. Der ehemalige Banker und heutige kreative Kopf einer Designagentur ist Zoran Bozanic oft im Seefeld unterwegs. Es ist offensichtlich: Zoran Bozanic ist im Kreis 8 zu Hause. Seine Leidenschaft für das Quartier hat er zum Beruf gemacht. Durch seine Plattform zurichkreis8.ch verschafft er den einzigartigen Unternehmen und Persönlichkeiten hier Sichtbarkeit und kümmert sich um erfolgreiches Marketing. In seinem Design Labor sorgt er dafür, dass seine Kunden in Sachen Branding und Design führend sind.

Text: Sherin Kneifl

Was war für dich die Motivation für zurichkreis8.ch?

Ich liebe die Kreativität und die Kommunikation im Alltag. Ich bin ein Netzwerker. Das will ich auf unserer Plattform zurichkreis8.ch, die ich vor sieben Jahren ins Leben gerufen habe und mit einem grossartigen Team betreibe, auch bieten. Wir haben damit die Möglichkeit, all den spannenden Personen, lokalen Läden, kleinen Restaurants und coolen Aktivitäten, aber auch den diversen Büros, Dienstleistungen und guten Geistern hinter den Kulissen ein Gesicht zu geben. Wir heben das rege Treiben und die Vielseitigkeit des Quartiers hervor. Ich kann meine Kompetenzen – Einfühlungsvermögen, vernetztes Denken, Recherchestärke, Kommunikation, ästhetisches Empfinden – voll einbringen.

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Du warst Broker, Headhunter, erstellst Onlinekonzepte, machst Art Direction und fotografierst: Bist du ein Tausendsassa?


Ich mag keinen monotonen Alltag. Darum brauche ich unterschiedliche Beschäftigungen. Mir ist es wichtig, am Ende des Monats etwas hinterlassen zu haben, das man tatsächlich sehen und wertschätzen kann.

Worauf bist du stolz?

Ich bin stolz darauf, dass ich mich ziemlich nahe an jene Version des Menschen entwickelt habe, die ich sein wollte: grosszügig, empathisch gegenüber Mensch, Tier und Umwelt und kein Ignorant. Zudem bin ich stolz auf meine Familie.

Ein Moment, an den du dich gerne erinnerst?

Es gab viele besondere Momente in meinem Leben, aber einer, der mich besonders rührte, war meine Begegnung mit meiner ehemaligen Grundschullehrerin Frau Winsch. Als Achtjähriger kam ich mit meinen Eltern aus Jugoslawien in die Schweiz, und Frau Winsch kümmerte sich liebevoll um mich. Sie sorgte dafür, dass ich mich schnell integrierte und bei meinen Klassenkameraden beliebt war. Vor Kurzem begegnete ich ihr zufällig am Bellevue. Trotz ihres hohen Alters von über 80 Jahren erinnerte sie sich noch an mich und erzählte, wie sie kürzlich mein Schulheft durchgesehen hatte und dabei schöne Erinnerungen wach wurden. Es berührte mich zutiefst zu erfahren, dass ich bei ihr, einer wichtigen Person aus meiner Kindheit, einen so bleibenden Eindruck hinterlassen habe.

Was liest du persönlich besonders gern auf der Plattform?

Es sind die Persönlichkeiten, die das Seefeld prägen. Natürlich nehmen die einen wichtigen Platz bei uns ein. Ihre Geschichten wollen wir erzählen. Die Interviews, Gespräche und sensiblen Porträts liegen mir darum am Herzen.

Was ist das Beste, das dir durch deine Firmen Design Labor und Zürich Kreis 8 passiert ist?

Beide öffnen Türen: Unsere Arbeit hat mich z.B. ans WEF nach Davos gebracht. Hier trifft man Persönlichkeiten, die man sonst nie treffen würde.

Was ist die Handschrift deiner Projekte?

Ich mag es schlicht, ob Printgestaltung, Onlineauftritte oder Fotos. Es soll zeitlos und stilvoll sein.

Du nutzt fleissig Social Media.

Auf einer Flugreise nach Kapstadt hat sich mein damals vierjähriger Sohn mein Smartphone geschnappt. Sein Urteil war vernichtend. Moreno sagte: «Papi, ich finde deinen Instagram-Account nicht so cool, ausser diese drei Bilder» – alles Schwarz-Weiss-Aufnahmen. Ich habe mir überlegt, was das Besondere daran ist. Die Absenz der Farben lässt Raum für Fantasie, etwas offen. Das wurde in der Fotografie zu meinem Markenzeichen.

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Zoran Bozanic Photography

Was inspiriert dich?

Meine Neugierde treibt mich an. Jeden Morgen formuliere ich im Stillen zwei, drei kleine Wünsche. Am Abend im Bett ziehe ich ein Resümee. Oft meint es das Universum sehr gut mit mir, selbst wenn manches etwas auf sich warten lässt. Mann sollte definitiv aufpassen, was man sich wünscht.

Wie lautet dein Lebensmotto?

Kenne deinen Wert. 

Was bringt dich zum Lächeln?

Ich liebe gute Witze.

Worüber kannst du dich ärgern?

Über schlechte Zuhörer und Menschen die immer reinreden.

Wann findest du das Seefeld am schönsten, im Morgenrot oder in der Abenddämmerung?

Ganz früh. Zora, also mein Name ohne den letzten Buchstaben, heisst Morgenröte – vielleicht darum die Affinität zum Tagesanbruch.

Deine Lieblingsorte in der Gegend?

Bei der Villa Patumbah, der Mühle Tiefenbrunnen, dem Botanischen Garten und dem Hammam Basar handelt es sich um einzigartige Spots. Die gibt es nirgendwo sonst!

Wie sieht der perfekte Tag aus?

Nicht zu stark verplant. Ein paar Stunden bleiben der Kreativität und der Spontanität überlassen.

Hast du eine berufliche Vision?

Vor allem die Leute im Quartier zusammenzubringen. Ich wurde schon oft gefragt, warum ich nicht eine ähnliche Plattform für andere Quartiere lanciere. Aber ich bin im Seefeld verwurzelt. Sehen mich Bekannte im Kreis 3 oder 4, fragen sie mich, was ich denn dort mache. Man assoziiert mich mit dem Seefeld, weil ich seit Jahrzehnten hier unterwegs bin und mich zu Hause fühle. Andere Stadtteile besuche ich nur.

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Juli 2021


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