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Menschen im Kreis 8

Sarah Preisig: «Authentizität ist viel wichtiger als Perfektion»

Vor mir sitzt eine im wahrsten Sinne des Wortes anmutige Frau Ende dreissig, Mutter zweier Kinder, was man ihr beim besten Willen nicht ansieht, die an der Bellerivestrasse 11 im Zürcher Seefeld eine Praxis für psychologische Beratung und ganzheitliche Therapien führt und -trotz ihrer Sensibilität und Einfühlsamkeit- ziemlich genau zu wissen scheint, was sie will.

Auf meine Frage «Was sind Deine drei Stärken?» antwortet sie wie aus der Kanone geschossen mit «Liebe, Sex und Zärtlichkeit», um anschliessend, über ihre eigene Spontaneität etwas erschrocken und leicht errötend, zu korrigieren «Zuhören, Mitfühlen und Begleiten» sei wohl sicher die passendere Antwort im Rahmen dieses Interviews.

Was sie denn anwidere, will ich von ihr wissen. Ohne langes Überlegen kommt : «Falsche Menschen, oberflächliche Menschen und stinkende Menschen» ......und «Zwiebeln».

Den Joker ziehen möchte sie anfänglich bei meiner Frage, worin sich ihre Eitelkeit zeige. Nachdem ich ihr den Joker verweigere, meint sie sehr besonnen, Eitelkeit sei ihr fremd, damit könne sie nichts anfangen. Auch wenn ich ihr das nicht zu 100% abnehme, stochere ich aus Höflichkeit nicht weiter.

Sarah Preisig

Ebenso überraschend ist ihre Aussage auf meine Frage hin, worin sie sich perfektionieren möchte, dass sie in gar nichts perfekt sein möchte, da ihr Authentizität viel wichtiger sei als Perfektion.

«Was, glaubst Du, kommt nach dem Tod?» erschüttert sie in keiner Weise, sondern sie antwortet mit einem beinahe glückseligen Lächeln: «Wir kommen wieder, bis wir unsere irdischen Aufgaben gelöst haben; der Geist ist unendlich».

Etwas mehr Zeit benötigt sie für meine Frage «Was bedeutet Stil für Dich?». Nach einem kleinen Stirnrunzeln kommt : «Persönlichkeit im Sinne, sich getrauen, sich selbst zu sein, und sein Inneres auch nach aussen zu spiegeln».

Einigermassen fies möchte ich sodann von ihr wissen, welches Körperteil an sich sie denn am besten resp. wenigsten mag. Die Antworten gibt’s gleich im Doppelpack: «Meine Lippen und Augen mag ich sehr gerne, die Lippen zeigen die Sinnlichkeit , die ich lebe, und die Augen spiegeln sowohl mein Inneres wie auch dasjenige meines Gegenübers.» Und nach einiger Überwindung «Meine Hände und meine Nase mag ich nicht besonders, die Hände sehen so aus, als wären sie älter als ich, und ich habe eine Kartoffelnase». ......so viel zum Thema Eitelkeit...!

Zu guter Letzt «Bist Du glücklich?». Ich ernte ein sehr spontanes «Ja» mit dem Hinweis, dass das Glück im Moment liege und nicht wirklich fassbar sei.

Ich bedanke mich bei ihr für ihre Offenheit und Ehrlichkeit, die ich aus ihren Antworten herausspüre, und vor allem auch dafür, dass sie mich nicht mit trivialpsychologischen Standards abgespiesen hat.

Redaktion: Adrian Brändli

Juni 2017


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