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Wohnsiedlung Hornbach JA oder NEIN?

zürichkreis8.ch publiziert an dieser Stelle die Meinungen der Befürworter und der Gegner.  Die Texte der Komitees durften 2500 Zeichen lang sein und werden von zürichkreis8.ch hier im Wortlaut widergegeben. Beide Meinungen lesen Sie hier im Anschluss.

MEINUNG DES JA-KOMITEES 

JA am 14. Juni zur Siedlung Hornbach und für ein lebendiges Quartier

Bezahlbare Wohnungen und Gewerberäume sind in Zürich knapp. Erfreulich, wenn neue gebaut werden. Entsprechende Abstimmungsvorlagen sind in den letzten Jahren mit satten Zustimmungsraten von über 70 Prozent angenommen worden. Am Hornbach will die Stadt nun 122 Wohnungen und 23 Gewerbelokale bauen, den bestehenden Werkhof sanieren und eine Kinderbetreuungsstätte einrichten. Eine gute Investition, die den Steuerzahler keinen Rappen kostet. Klarer Fall also für ein überzeugendes JA am 14. Juni! Erst recht im Seefeld, wo bekanntermassen Studierende, Senioren und viele Mittelständler um ihren sicheren Wohnsitz bangen lässt.

Doch hat sich in rechtsbürgerlichen Kreisen und unter Lobbyisten eine finanzstarke Opposition formiert, die aus durchsichtigen Gründen auf dieser vernünftigen Vorlage ihr giftiges politisches Süpplein kocht. Die über 100'000 Franken teure Neid-Kampagne polemisiert mit Unwahrheiten. Dem ist entgegenzuhalten:

- Nein, es werden keine Luxuswohnung gebaut. Die klugen familienfreundlichen Grundrisse liegen mit ca. 95m2 für eine 4.5-Zimmer Wohnung unter der Norm heutiger Neubauwohnungen.

- Nein, sie kosten den Steuerzahler nichts. Gemeinnütziger Wohnungsbau ist kostentragend. Einige Wohnungen für Haushalte mit geringem Einkommen werden vergünstigt. Hier gelten streng kontrollierte Belegungsvorschriften.

- Nein, hier wird nicht für Privilegierte an privilegierter Lage projektiert. Die Siedlung liegt direkt an der lärmigen Bellerivestrasse. In städtischen Wohnungen liegen der Einkommensdurchschnitt der Haushalte unter dem städtischen Mittel und die Belegungsdichte darüber. 

Im Seefeld tickt eine Zeitbombe. Der Bestand ist alt. Viele notwendige Renovationen stehen an. Leerkündigungen werden ausgesprochen und anstehende Erneuerungen münden in Luxussanierungen aus. Die Angst vor der ‚Seefeldisierung’ ist berechtigt. Riesbachs Anteil an gemeinnützigen Wohnungen liegt bei rekordtiefen 6%, gegenüber 25% in der ganzen Stadt. Die Ablehnung der Vorlage verschärft die Situation erst recht. So droht das einst bunt gemischte Seefeld bald zum eintönigen Quartier ausschliesslich für Mehrbessere zu mutieren. 

Diese ‚Aufwertung‘ wollen wir nicht. Und genauso wenig wünschen wir uns, dass andere Gegenden dieser Stadt zu sozialen Randquartieren ‚abgewertet‘ werden. Höchste Zeit also, dass wir Gegensteuer geben. Gute Durchmischung im Kreis 8 ist ein Beitrag für den sozialen Ausgleich und für bezahlbares Wohnen in der ganzen Stadt.


MEINUNG DES NEIN-KOMITEES 

Meinung des NEIN-Komitees Mitten im Zürcher Seefeld-Quartier will die Stadt Zürich eine neue Siedlung mit subventionierten Wohnungen bauen. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 100.7 Millionen Franken. Profitieren würden wenige – bezahlen müssten es alle Steuerzahler.

- Luxuswohnungen auf Kosten der Allgemeinheit. Die Siedlung soll 122 Wohnungen umfassen. Darunter sind 69 4 ½ -Zimmerwohnungen mit einer Fläche von 95-109m2. Die monatliche Miete soll 1670 Franken bzw. 1300 Franken (subventioniert) betragen – ein Spottpreis, wenn man die üblichen Mieten im Zürcher Seefeld anschaut. Normalerweise bezahlt der Mieter für eine Wohnung vergleichbarer Grösse mehr als das Doppelte, wobei Neubaustandard überhaupt nicht die Regel ist.

- Schädlich für das Gewerbe. Dem Quartier und dem lokalen Gewerbe rund um den Hornbach gehen rund 40 umliegende Parkplätze ersatzlos verloren. Im Gegenzug wird eine luxuriöse Tiefgarage gebaut, welche Mietpreise von 260.- pro Monat vorsieht – ein Garagenplatz entspricht 20% des Mietzinses für subventionierte Wohnungen! Das Gewerbe ist auf Parkplätze angewiesen; kein Schreiner transportiert sein Holz mit dem Tram, und auch der Bäcker liefert den Restaurants das Brot nicht mit dem Bus.

- Ungerechte Klientelpolitik. Mit dem heutigen Vergabesystem profitieren leider nicht nur Bedürftige, sondern auch Gutbetuchte, welche sich eine Wohnung auf dem privaten Markt leisten könnten. Ehrliche Bürger werden damit bestraft. Leidtragende sind Familien, Mittelstand und Gewerbe, welche mit immer höheren Steuern und Mieten belastet werden.

- Enorme Belastung für die Stadtkasse. Rechnet man die wirklichen Kosten für das Projekt auf, kostet die Siedlung Hornbach wesentlich mehr als 100 Millionen Franken. Nur wenige Privilegierte können von dieser attraktiven Wohnsituation profitieren, für welche die Gesamtheit der Steuerzahler tief in die Taschen greifen muss – das ist ungerecht und unverhältnismässig.

- Sinnvolle Wohnbauförderung statt Steuergelder verschwenden. Der Boden im Seefeld ist teuer. Die zentrumsnahe Lage beim See ist sehr begehrt. Darum hätte die Stadt das Land zu einem guten Preis an private Investoren verkaufen oder verpachten können. Der Stadtkasse wären damit Millionen zugeflossen – Mittel, welche dem defizitären Stadthaushalt gut täten und welche in eine effiziente, zielführende Sozialpolitik investiert werden könnten.

Aus oben genannten Gründen gilt es daher, dieses unsinnige und teure Luxusprojekt der Stadt Zürich zu verhindern und am 14. Juni mit einem klaren Nein die vorgeschlagene Siedlung Hornbach an der Urne abzulehnen.

8. Juni 2015


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