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Christophe Guye: «Mit dem Verkauf meiner Agentur an Young and Rubicam konnte ich meine Leidenschaft - Kunst und Fotografie - zu meinem Beruf machen.»

Christophe Guye hat 2006 seine Werbeagentur an Young & Rubicam verkauft, ging nach Los Angeles und eröffnete eine Galerie. Nach drei erfolgreichen Jahren in Kalifornien, kam er aus persönlichen Gründen wieder in die Schweiz zurück, genauer gesagt ins Zürcher Seefeld, wo er bis heute seine eigene Galerie führt.

Herr Guye, was war Ihre Motivation die Werbebranche zu verlassen und eine Galerie zu eröffnen?
Mit dem Verkauf meiner Agentur an Young and Rubicam konnte ich meine Leidenschaft - Kunst und Fotografie - zu meinem Beruf machen.

Das heisst, Sie nehmen es nun locker und müssen nicht mehr wirklich arbeiten?
Nein, nein so ist es nicht. Mein erstes Lebensabschnittswerk war die Werbung und nun kann ich mit der Galerie meinem zweiten Lebensabschnittswerk nachgehen. Ich interessiere mich seit über 20 Jahren für Kunst und Fotografie und habe mit der Zeit eine starke Leidenschaft dafür entwickelt.

Christophe Guye, Showroom

Was hat Sie damals als erfolgreichen Werber ausgezeichnet?
Fachwissen, gute Beziehungen, Empathie für Kundenbedürfnisse und das liefern was man verspricht.

Wenn Sie Ihre damalige Tätigkeit als Werber mit dem heutigen Alltag vergleichen, wo liegt der Unterschied?
Ich würde sagen, dass als Galerist durchaus die selben Tugenden gefragt sind wie beim Werber. Beim Galerist ist das Vertrauensverhältnis zum Kunden viel ausgeprägter und es dauert viel länger bis man eine Beziehung aufbauen kann. D.h. egal ob der Kunde 5'000.- oder 500'000.- investiert, es basiert alles auf Vertrauen. Und Vertrauen wird einem nicht geschenkt, man muss sich dieses erarbeiten.

Früher haben Sie Werbung für ein breites Publikum gemacht und heute bewegen Sie sich in einem ganz anderen Umfeld. Heute ist bei der Akquise der Sniperschuss und nicht der Schrotschuss gefragt. Oder?
Ja, das ist richtig. Betrachtet man das Galeriebusiness aus der Sicht der Werbung und des Marktings, ist es sicherlich von Vorteil, wenn man die Mechanismen kennt, man kann diese allerdings nicht 1:1 übernehmen. Ich habe früher Werbung für ein breites Publikum gemacht und heute wende ich mich an einen kleinen sorgfältig ausgesuchten Kundenkreis. Und da ist der Kundenzugang ein ganz anderer - viel individueller und persönlicher.

Auf Ihrer Website habe ich gesehen, dass Sie sich in Europa, USA und Asien bewegen. Sie sind wohl viel unterwegs für Kundenpflege und Akquise?
Ja, das gehört zum Business. Man trifft sich an Messen in diversen Metropolen dieser Welt, tauscht sich aus, pflegt bestehende Beziehungen und baut neue Kontakte auf.

Christophe Guye, Showroom

Wie wird man auf Ihre Galerie aufmerksam?
Durch unsere Ausstellung sowie durch internationale Messeteilnahmen. Zudem sind wir im Internet mit unserer Website auf einigen Kunstplattformen present.

Welches Verhältnis gehen Sie mit den Künstlern ein?
Auf der persönlichen Seite ein sehr intensives, aus rechtlicher Sicht hauptsächlich Exklusivverträge.

Als Sie damals aus Los Angeles nach Zürich kamen, haben Sie sich bewusst im Seefeld niedergelassen oder geschah dies eher zufällig?
Primär wollte ich in der Nähe des Zentrums sein und der Wunsch war eine Passantenlage. Für mich kamen daher nur der Kreis 1 und der Kreis 8 - Nähe Bellevue - in Frage.

Wie fühlen Sie sich im Seefeld?
Zu Hause. Ich war schon damals mit meiner Werbeagentur im Seefeld und nun habe ich eine Galerie mit Seesicht, bin an attraktiver Lage, für Kunden gut erreichbar - mehr kann ich mir gar nicht wünschen.

Käme ein Tourist nach Zürich, ins Seefeld, was würden Sie ihm zeigen?
Ach, da gibt es so viel Sehenswertes, ich weiss gar nicht wo ich anfangen würde. Ich finde das Seefeld ist ziemlich unterschätzt. Vielen ist gar nicht bekannt, was das Seefeld alles bietet. Zwischen Bellevue und dem Tiefenbrunnen, entlang der Seefeldstrasse, da gibt es zahlreiche Gastrobetriebe, kleine Boutiquen, Blumen- und Coiffuregeschäfte, Bäckereien und ganz im hinteren Seefeld die Mühle Tiefenbrunnen, ein schönes Areal.

Übrigens, der Zuzug der Boutique «Vestibules» ist eine Bereicherung fürs Quartier. Zudem gefallen mir «einzigart» und die Boutique «No2» sehr gut.

Wo würden Sie mit ihm essen gehen?
Da hätte ich die Qual der Wahl. Ich finde die Küche im «Du Theater» grandios, das Restaurant «Latino» ist seit langem einer meiner Lieblingsitaliener und das «Ginger» ist eines der besten Sushi Lokale der Stadt. Für eine feine knusprige Pizza würde ich ihn ins «Miracle» einladen.

Christophe Guye, Showroom

Abendprogramm. Was könnten Sie ihm da anbieten?
Das neu eröffnete «Razzia» wäre sicherlich einen Besuch wert - das gepflegte Ambiente in der Bar gefällt mir sehr gut.

Haben Sie einen Lieblingsplatz im Seefeld?
Ich geniesse gerne die Ruhe im «Patumbah-Park» und im «Botanischen Garten».

Was vermissen Sie im Quartier?
Ich empfinde den Samstag als zu ruhig. Es kann nicht sein, dass die ganze Stadt voller Menschen ist und ab Bellevue Richtung Tiefenbrunnen, bis auf ein paar wenige Passanten, alles ausgestorben ist.

Was müsste man Ihrer Meinung nach unternehmen, um das Quartier am Samstag zu beleben?
Die Restaurants müssten am Mittag offen sein. Dann würden die Leute auch am Samstagnachmittag im Seefeld bleiben und das Quartier beleben. Mit mittags geschlossenen Restaurants gibt es keine Frequenz.


Text: Zoran Bozanic

Januar 2015


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