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Brunos Tramnotizen – N°51

Pedro sass im 4er, zufrieden mit sich und der Welt, plauderte fröhlich mit seinem Gegenüber, Andy, einem Wirtschaftsprüfer. Es ging um Geld, das ja massig vorhanden sei, so wie die Leute in Zürich herumliefen, meinte Pedro. Er sei Kellner, habe gestern einen Gast gehabt, der wollte mit einer Tausendernote zahlen, der Chef habe abgewinkt, doch er habe sie ihm gewechselt und dafür ein gutes Trinkgeld erhalten. Er müsse jetzt auf die Bank, die grosse Note in kleine Stückelungen eintauschen, er habe sonst kein Wechselgeld. Die Tausendernote solle ja abgeschafft werden, meinte Andy, so wie die Europäer die 500er Euronote aus dem Verkehr ziehen wollen, ach ja, und Barbezahlungen sollten nur noch bis 5000 Euro möglich sein. Man wolle so die Kriminalität und Terrorfinanzierung bekämpfen. Ein Blödsinn sei das, meinte Pedro. Kriminelle und Terroristen könne man damit nicht hindern, Straftaten zu begehen. Andy lachte, das müsse man geldpolitisch sehen. Die europäische Notenbank habe den Amis immer alles nachgemacht und so viel Mist gebaut, jetzt müsse die Notbremse gezogen werden. Ziel sei es, das Bargeld ganz abzuschaffen. Nur so könne das Spiel mit Zinsuntergrenze und der Umverteilung von Gläubigern und Schuldnern weiter manipuliert werden. Das sei ihm zu kompliziert und die Amis seien im wurst, sinnierte Pedro, er habe immer gerade nur so viel Geld, dass er durchkäme, für ihn sei es eigentlich egal, ob Bargeld oder Plastik. Andy warnte, ohne Bargeld gäbe es nur noch gläserne Menschen. Jede Finanztransaktion hinterlasse Spuren. Der Staat könne so fortan kontrollieren, wie viel Geld er wann und wofür ausgebe, oder wie viele seiner Einkäufe er hierzulande oder ennet der Grenze tätige. Und die Krankenversicherung könne ihm nachweisen, dass er ungesund lebe und beliebig die Prämie erhöhen oder Leistungen streichen. Pedro schaute Andy mit grossen Augen an, fragte, womit man das alles rechtfertigen würde? Zuerst hätte man mit Steuerhinterziehung und Geldwäsche argumentiert, angefangen hätten damit die Amis. Weil das nichts nützte und die Cyber-Mafia immer bessere Geschäfte tätige, solle jetzt mit dem Krieg gegen Cash der islamistische Terror eliminiert werden. Das sei doch lächerlich, sagte Pedro sichtlich genervt. Die Abschaffung von Bargeld würde die Finanzierung des Terrorismus oder der Geldwäsche nur auf elektronische Zahlungswege verlagern. Und überhaupt, die Amis: Die hätten bis Ende der 1960er Jahre 5'000er und 10’000er Noten im Umlauf gehabt, heute sei die 100er die grösste Note. Was habe das gebracht? Inzwischen sei die Mordrate in den Staaten fünfmal höher als in Europa. Und der Terrorismus: Der habe erst mit den Kriegen der Amis in Irak, Afghanistan und Libyen begonnen. Europa sollte besser etwas weniger amerikanisch sein. Und wir sollten Schweizer bleiben.

8. Februar 2016


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